Das Reifen-Lexikon

Hier erfahrt Ihr mehr zur richtigen Auswahl, Pflege und Nutzdauer von Reifen.

ABS (Anti-Blockier-System) Auch bei einer Vollbremsung drehen sich noch alle Räder am Fzg , denn nur rollende Räder kann man lenken . Beim Blockieren verlieren Sie zusätzlich auch noch die Bodenhaftung .
ASD (Automatisches Sperrdifferential). Das Sperrdifferential arbeitet automatisch bei unterschiedlichen Radgeschwindigkeiten. Ohne die Sperre würden die Antriebsräder durchdrehen und das Fzg. stehen bleiben (z.B. Eisfläche).
ASR (Antriebsschlupfregelung) Ein Durchdrehen der Räder bei der Beschleunigung wird verhindert. Es gibt keinen Schlupf zwischen Rad und Straße.
Aquaplaning Aufschwimmeffekt, wenn die Menge des auf der Straße stehenden Wassers nicht mehr von den Drainagerillen des Reifens kanalisiert werden kann. aquapl.gif (6076 Byte)
BAR BAR ist eine Maßeinheit für den Luftdruck.
Bordsteinparken Heftiges Anprallen gegen Bordsteine ist gefährlich. Es kann zu versteckten Quetschungen der hier liegenden Karkaßfäden führen und noch Monate später Schäden verursachen. Daher sollten Bordsteinkanten nur langsam und möglichst im rechten Winkel überrollt werden. Reifen sollten nicht an Bordsteinkanten gequetscht werden und nicht auf nur einem Teil der Aufstandsfläche abgestellt werden.
DOT-Nummer Das namensgebende amerikanische "Department of Transportation" verlangt eine Angabe zum Alter des Reifens. Die DOT-Nummer auf der Reifenflanke - zum Beispiel "327" bezeichnet die 32. Woche 1997. Ab dem Jahr 2000 werden die Bauwoche und das Baujahr eines Reifens vierstellig innerhalb der DOT-Nummer dargestellt. Das bedeutet, die letzten vier Ziffern der DOT-Nummer geben Bauwoche und Baujahr des Reifens an - zum Beispiel "1601" bezeichnet die 16. Woche 2001.
Felgenbezeichnungen Die international gebräuchlichen Größenangaben für Felgen - zum Beispiel 7 J x 15 - bezeichnen die Radbreite von Felgenhorn zu Felgenhorn, hier sieben Zoll, sowie den Innendurchmesser als Höhenangabe, ebenfalls in britischen Zoll.
Ganzjahresreifen Pneus mit M&S-Kennzeichnung - mit ausgewogenen Eigenschaften für sommerliche wie auch für winterliche Bedingungen.
Geländereifen Reifen mit besonderen Eigenschaften wie die Kerbzähigkeit für den Einsatz abseits befestigter Straßen und im Gelände.
Geschwindigkeits
klassen

Auch Speed-Index (SI) genannte Maximalgeschwindigkeit, für die ein Reifentyp freigegeben ist. Die einzelnen Kategorien:

Q bis 160 km/h
R bis 170 km/h
S bis 180 km/h
T bis 190 km/h
H bis 210 km/h
V bis 240 km/h
W bis 270 km/h
Y bis 300 km/h
ZR über 240 km/h
Grip "Griff", gemeint ist die Fähigkeit, die Motorkraft auf die Straße zu bringen. Der Grip ist in erster Linie von den Reifen, dem Fahrwerk und dem Streckenbelag abhängig.
Innenseele Bezeichnung für jene Gummischicht, die im Inneren des schlauchlosen Reifens für die luftdichte Abdichtung des Innenraums sorgt.
Intermediates Bezeichnung aus dem Motorsport für Rennreifen mit handgeschnittenem Profil, die bei feuchter oder abtrocknender Straßenoberfläche den besten Kompromiss darstellen.
  Karkasse ) Dieser wesentliche Bestandteil des tragenden Reifenunterbaus verleiht dem Pneu seine Festigkeit und sorgt für Zusammenhalt. Besteht heute zumeist aus "Rayon" genannten Kunstfasern.
kPa

kPa (Kilopascal) ist eine Maßeinheit für den Luftdruck.

1 kPa = 0,01 bar
1 bar = 100 kPa
Lagerung Gummi altert durch Wärme, bei Feuchtigkeit und Sonneneinstrahlung stärker und wird durch viele Lösungsmittel angegriffen. Reifen sollten in einem trockenen, kühlen Raum möglichst dunkel lagern, Reifen ohne Felgen stehend, sonst liegend. Berührung mit Benzin, Öl und Fett ist zu vermeiden. Die Laufrichtung und Position sollten direkt beim Abmontieren mit einem speziellen Stift gekennzeichnet werden. Natürlich sollten die Reifen sauber, und kein Splitt im Profil vorhanden sein.
  Lamellen Feine Einschnitte im Profilblock, die wie kleine Saugnäpfe wirken können.
Laufleistung Die Einsatzdauer eines Reifens hängt vom Fahrzeug, der Fahrweise und vielen anderen Faktoren ab. Bei Fronttrieblern sind beispielsweise dreifach höhere Laufleistungen der Hinterreifen im Vergleich zur Vorderachse nicht unüblich. Reifen altern, auch wenn sie nicht benutzt werden! Die Sicherheit von alten Reifen nimmt deutlich ab. Deshalb sollten Reifen, die älter als 8 Jahre sind, nicht mehr verwendet werden, Selbst wenn sie noch tadellos aussehen oder kaum benutzt wurden. Vor allem im Sommer in südlichen Ländern ist es sinnvoll, die Reifen von länger abgestellten Autos und Caravans vor der Hitze zu schützen.
Laufrichtung Gerade Hochleistungs-Breit- und Winterreifen werden immer häufiger als laufrichtungsgebundene Pneus konzipiert. Die Vorteile: Geringere Geräuschentwicklung, bessere Traktion bei Nässe, höhere Aquaplaningsicherheit.
lbs

lbs (pounds) ist eine amerikanische Maßeinheit (Gewicht).

1 lb = 0,4536 Kilogramm
1 Kilogramm = 2,205 lb
Lenkrollradius Der Abstand zwischen dem Mittelpunkt der Radaufstandsfläche und dem Durchstoßpunkt der verlängerten Spreizachse auf der Fahrbahn wird als Lenkrollradius bzw. -halbmesser bezeichnet. Damit wird die Größe des Lenkrollradius vom Sturz und von der Spreizung bestimmt.
Luftdruck Regelmäßige Untersuchungen ergeben, dass nur etwa jedes vierte Auto mit korrektem Luftdruck unterwegs ist - dabei ist das Gefahrenpotential erheblich: Zu niedriger Luftdruck führt zu einer starken Erwärmung des Reifens und damit zu der Gefahr eines Reifenschadens. Es beeinträchtigt die Fahrstabilität und verursacht einen höheren Benzinverbrauch. Deshalb wird empfohlen, alle 14 Tage am kalten Reifen den Luftdruck zu prüfen. Reserverad nicht vergessen! Grundsätzlich sollte man in den Reservereifen ca. 0,5 bar mehr Luft einfüllen. Ventilkappen immer fest aufschrauben, fehlende sofort ersetzen, sonst können die Ventile undicht werden. Je nach Auslastung, Geschwindigkeit und Reifentyp kann der Druck verschieden sein. Im Zweifelsfall einen Fachmann fragen.
druck.gif (3607 Byte)
Meilen

Meilen sind eine amerikanische Maßeinheit (Entfernung).

1 Meile = 1,609 Kilometer
1 Kilometer = 0,622 Meile
M+S M+S bedeutet "Matsch und Schnee". Diese anfangs besonders grobstolligen Reifen für winterliche Bedingungen und unbefestigten Untergrund wurden erstmals 1950 präsentiert. Bei lockerem Schnee und Matsch haben M+S Reifen deutlich bessere Hafteigenschaften als Sommerreifen. Es wird empfohlen in schneereichen Gegenden auf Winterreifen umzurüsten und ggf. mit Schneeketten zu fahren Das Tempolimit sollte beachtet werden und die Plakette mit der Höchstgeschwindigkeit des Reifens sollte im Blickfeld des Fahrers angebracht werden(StVZO), falls diese unter der Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs liegt. Fahren mit Sommerreifen auf Matsch oder Schnee kann bei einem Unfall, mit 20-prozentiger Mitschuld bestraft werden.
Der richtige Luftdruck für Winterreifen steht in der Betriebsanleitung des Autos.
Sollte kein Wert für Winterreifen vorhanden sein, nimmt man 0,2 bar mehr Luftdruck als bei Sommerreifen. siehe auch Winterreifen
Mischbereifung Wer unterschiedliche Größen, Fabrikate, Geschwindigkeitsklassen oder Neu- und Gebrauchtreifen kombiniert, lebt gefährlich: Uneinheitliche Reaktionen der Reifen sorgen im Extremfall für ein unkontrollierbares Fahrverhalten. Deswegen sollte auf allen vier Rädern (mindestens allerdings auf einer Achse) Reifen gleichen Typs verwendet werden. Ein neues Reserverad sollte in den Tausch der Reifen einbezogen werden. Im Zweifelsfall setzt man die besseren Reifen auf der Hinterachse ein. Es dürfen grundsätzlich nur Reifen gefahren werden, deren Bezeichnung in den Fahrzeugpapieren angegeben ist.
Nieder
querschnittreifen
Der Reifenquerschnitt beschreibt das Verhältnis von Flankenhöhe zu Laufflächenbreite. Der in den 20er Jahren übliche Ballonreifen mit einem Höhe-Breite-Verhältnis von fast 1:1 ist längst dem Niederquerschnittsreifen (bis zu 0,30:1) gewichen.
Ply Rating Ply Rating ist eine veraltete Tragfähigkeitskennung von Reifen, die die Baumwollcord-Lagen im Reifenunterbau angab (8 PR =acht Lagen). Heute dient sie als Kennzahl der Reifenfestigkeit für unterschiedliche Fahrzeuggewichte.
Pneu engl. tire = GummiReifen
Profil Die aus Profil-Negativen (Rillen) und Profil-Positiven (Profilblöcken) bestehende Lauffläche dient der Drainage von Wasser oder Schneematsch - auf trockenem Untergrund böte ein profilloser Slick optimale Haftung. Bei Nässe Bereits und einer Profiltiefe unter 4 mm nimmt die Haftung des Reifens, insbesondere der Breitreifen, deutlich ab. Die Reifen können den Kontakt zur Straße verlieren, das Fahrzeug lässt sich nicht mehr lenken und bremsen. Deshalb sollten die Reifen nicht bis auf die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm abfahren werden. Abnutzungsindikatoren in den Längsrillen der Reifen alarmieren den Fahrer. Sie erscheinen dort als Querstege, wenn das Profil auf 1,6 mm geschrumpft ist. So lange muss man aber nicht fahren. Je nach Breite sollten Sommerreifen spätestens bei 2 bis 2,5 mm, Winterreifen bereits bei 4 mm Restprofiltiefe erneuert werden.
psi

psi (pounds per square inch) ist eine amerikanische Maßeinheit (Reifenluftdruck).

1 psi = 0,0689 bar
1 bar = 14,504 psi
Querschnittsverhältnis Relation zwischen der Höhe der Reifenflanke und der Breite des Pneus. Beispiel: Ein Reifen der Dimension 175/70 - 13 besitzt eine Breite von 175 Millimetern, die Flankenhöhe beträgt 70 Prozent der Breite.
Radstand Abstand zwischen Vorderrad- und Hinterradmitte auf einer Seite des Fahrzeuges.
Radialreifen Innerhalb der Karkasse liegen die gummierten Cordfäden in einer oder mehreren Lagen radial, also im rechten Winkel zur Laufrichtung. Davor waren Diagonalreifen üblich.
Regroovable Regroovable bedeutet "nachschneidbar".
Reifen dürfen nur nachgeschnitten werden, wenn sie auf der Seitenwand die Zusatzkennzeichnung "Regroovable" tragen.
Reifengröße Die auf den Flanken angebrachten Bezeichnungen enthalten neben Angaben über Herstellungsdatum und Reifentyp auch Größenbezeichnungen: 175/70 R 13 S bedeutet eine Reifenbreite von 175 mm und einen Höhe-Breite-Verhältnis von 0,7:1. Das R steht für Radialbauweise, 13 ist der Felgendurchmesser in Zoll und S das Geschwindigkeitssymbol für maximal 180 km/h.
Retread Retread bedeutet "runderneuert".
Bei einem runderneuerten Reifen wird ein "R" bzw. "Retread" auf der Seitenwand vermerkt.
Rollwiderstand Durch die Verformung (Walkarbeit) des Reifens entsteht Rollwiderstand. Konstruktionsziel ist es, einen möglichst geringen Rollwiderstand und somit einen geringeren Benzinverbrauch zu erreichen.
Schlupf Ingenieure verstehen darunter die Relativbewegung zwischen Fahrzeuggeschwindigkeit und Reifen-Umfangsgeschwindigkeit. Zu deutsch: Ein Rad dreht durch oder blockiert. Bei 100% Schlupf ist der komplette Reifen im Gleiten. Schlupf bedeutet immer einen Traktionsverlust.
Schnelllauffestigkeit Die auf die Reifen wirkende Zentrifugalbeschleunigung ist extrem - bei 200 km/h beispielsweise beträgt sie die tausendfache Erdbeschleunigung. Deshalb beschichten die Hersteller den Gürtelcord mit Kautschuk, um später einen festen Verbund mit dem Gummi zu erreichen. Die Stahlgürtel werden außerdem mit mehreren Nylonabdeckungen versehen.
Schneeketten Schneeketten sorgen - wie der Name schon sagt - besonders bei Schnee für ein besseres Vorankommen. Sie erleichtern das Anfahren und die Traktion auf harten, festgefahrenen Pisten. Recht unterschiedlich schneiden die Ketten bei der Seitenführung ab. Moderne Spurkreuzketten erfüllen diese besser, als leiterförmige Modelle und schnell montierbare Modelle aus Kunststoff.
Schräglaufwinkel Der Schräglaufwinkel bezeichnet den Unterschied zwischen der Stellung des Rades und der tatsächlichen Fahrtrichtung. Ein großer Schräglaufwinkel erfordert also einen starken Lenkeinschlag, um die Richtungsänderung zu bewirken. Je steifer der Reifenaufbau, desto geringer ist dieser Winkel und desto sicherer das Fahrverhalten - jedoch auf Kosten des Komforts.
Slick profilloser Rennreifen.
Speed-Index siehe "Geschwindigkeitsklassen"
Spurweite Abstand zwischen den Reifenmitten einer Achse. Kann zwischen Vorder- und Hinterachse differieren. Bei falscher Spureinstellung können sich die Reifen unterschiedlich abnutzen.
Sturz Unter Sturz versteht man die Neigung eines Rades bzw. seiner Mittellinie gegenüber der Senkrechten zur Fahrbahn. Ist das Rad oben nach außen geneigt, dann ist der Sturz positiv (+); bei Neigung des Rades oben nach innen ist der Sturz negativ (-).
Sturzwinkel Durch die Fahrwerksgeometrie bedingter Einknickwinkel, der die Differenz zwischen einer senkrecht durch das Rad verlaufenden Linie und einer Vertikalen beschreibt. Dadurch werden die Reifenaufstandsflächen einseitig (innen oder außen) belastet, wodurch sich die Tragfähigkeit der Reifen reduziert.
Temperaturen Der Reibwert von Kautschuk ist temperaturabhängig. Damit ein Sommerreifen optimal arbeitet, ist eine Betriebstemperatur von 50 bis maximal 90 Grad Celsius ideal. Überhitzt der Pneu etwa durch zu geringen Luftdruck, löst sich seine Struktur auf.
Traktion Zugkraft
Übersteuern Fahrverhalten, wenn die Hinterreifen vor den Vorderreifen die Haftung verlieren: Das Auto "bricht mit dem Heck" aus und dreht sich im Kurvensinne ein.
Untersteuern Fahrverhalten, wenn die Vorderreifen vor den Hinterreifen die Haftung verlieren: Das Auto rutscht geradeaus in tangentialer Richtung zum Kurvenradius.
Unwucht Bereits minimale Schwankungen in der Materialdichte oder andere Einflüsse bewirken geringfügige Ungleichgewichte innerhalb des Reifens. Bei der Drehbewegung entstehen dadurch Unwuchten, die durch Gegengewichte an der Felge ausgeglichen werden können.
Verzahnungseffekt Damit sich Winterreifen förmlich in den Schnee "beißen", verfügen sie über lamellenartige Kanten und Rillen, die den Schnee zu einer "Zahnschiene" pressen - so entsteht eine Verzahnung von Reifen und Fahrbahn.
Verzahnungungseffekt
Walken Verformung der Reifen unter Belastung (besonders beim Durchfahren der Kurven).
Wasserverdrängung Auf nasser Oberfläche müssen die Positiv-Blöcke des Reifens das Wasser durch die Drainagerillen abführen. So werden beispielsweise bei 80 km/h bis zu 25 Liter Wasser pro Sekunde kanalisiert.
Winterreifen Neben speziellem Profil mit Lamellen und einer größeren Zahl von Negativ-Blöcken für gute Bodenhaftung besitzen Winterreifen spezielle Kautschukmischungen, damit die Lauffläche nicht bei kalten Temperaturen verhärtet (Fachbegriff:verglast). Moderne Winterreifen sind leise und zeichnen sich durch einen geringen Rollwiderstand aus. Wer also sein Fahrzeug im Winter mit den entsprechenden Reifen ausrüstet, fährt nicht nur erheblich sicherer, sondern braucht auch auf nichts zu verzichten. Beim Montieren, ob die Reifen eine bestimmte Laufrichtung haben: Der Laufrichtungspfeil auf der Reifenflanke muss dabei in Fahrtrichtung zeigen. In anderen Ländern gelten andere Regeln, also Erkundigen bevor man in den Skiurlaub fährt, ob dort Winterreifen oder sogar Schneeketten Pflicht sind. Siehe auch M+S Reifen
Wulst Der Innenring der Reifenflanken - enthält einen oder mehrere Drahtkerne und hat die Aufgabe, für den sicheren Sitz des Reifens auf der Felge zu sorgen.
Zoll

Zoll ist ein amerikanische Maßeinheit (Entfernung),

1 Zoll = 25,4 Millimeter
1 Millimeter = 0,03937 Zoll

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